Miteinander Füreinander Großenlüder e.V. nimmt an wissenschaftlicher Studie teil

Miteinander Füreinander Großenlüder e.V. nimmt an wissenschaftlicher Studie teil

Miteinander Füreinander Großenlüder e.V. nimmt an wissenschaftlicher Studie teil

Wissenschaftliche Begleitung und Untersuchung von Bürgerhilfevereinen und Sozialgenossenschaften als Partner der öffentlichen Daseinsvorsorge u. Pflege
Modellentwicklung zur ergänzenden Hilfeleistung für ältere Menschen im ländlichen Raum
Unser Bürgerhilfeverein beteiligt sich seit einiger Zeit an dem Projekt BUSLAR der Hochschule Fulda, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Unser Interesse ist die frühzeitige Vorbereitung auf Anforderungen, die durch eine immer älter werdende Gesellschaft und die Veränderung von Strukturen entstehen werden oder bereits entstanden sind. Angebote des Vereins und Nachfrage mit den Bedürfnissen der (potentiellen)Nutzer/innen sollen in Verbindung gebracht werden. Dazu erfolgten Interviews mit den Mitfahrerinnen des Friedhofmobils, den Besuchern und Besucherinnen des Waffelcafe´s und passiven Mitgliedern des Vereins, die sich am 14.01.2015 im Stiftskapitularischen Amtshaus zu einer Auswertungsrunde trafen. Dabei wurde besonders auf die (noch) nicht vorhandene Drogerie und auf fehlende Busverbindungen hingewiesen. Bedauert wurde die Schließung von Läden in den Ortsteilen, wobei Verständnis gegenüber der Gemeinde geäußert wurde, die keine Möglichkeiten habe, das zu verhindern. Kritisch wurde die fehlende Absenkung von Bordsteinen in der Gemeinde gesehen, die die Mobilität innerhalb des Ortes mit Rollatoren und Rollstühlen erschweren.
Um dem Alleinsein zu entfliehen werden gezielt Orte aufgesucht um gehört zu werden und um erzählen zu können. Arztpraxen, Apotheke, der Lebensmittelmarkt im Ort, das Waffelcafé und die Seniorenstube wurden als Stätten dazu genannt. Auf die gute Möglichkeit, das Haus der Begegnung in Bimbach aufzusuchen, wenn eine Pflegestufe der Betroffenen vorhanden sei, wurde hingewiesen. Neben (intakten)familiären Beziehungen, die als wichtster sozialer Bezugspunkt dienen, haben beiläufige Sozialkontakte, die durch Erledigungen innerhalb des Ortes stattfinden, eine hohe Bedeutung. Sie kompensieren auch fehlende Infrastrukturen. Unbeantwortet blieb die Frage warum Senioren und Seniorinnen häufig allein blieben und keine Kontakte suchten. Fehlende soziale Kontakte wirken sich doppelt negativ aus: Fehlende soziale Einbindung (Einsamkeit) und Verlust von Infrastruktur.
Unter dem Stichwort „Genügsamkeit“ wurde von Menschen, die Hilfen in Anspruch nehmen, darauf hingewiesen, dass man auch mal zufrieden sein müsse. Die eigenen Bedürfnisse wurden relativiert, weil “wir es hier in Großenlüder schon gut haben“. Das könnte erklären, dass die Teilnehmerinnen keine Projektideen zum Thema Infrastruktur hatten.
Seitens der wissenschaftlichen Begleitung wurden folgende Projektthemen und –ideen genannt:
– Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum,
– Bessere Qualität der Pflege und Betreuung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen (mehr Zeit, miteinander sprechen)

Öffentlichkeitsarbeit des Vereins:
– Verteilung von Information, durch positive Mund-zu-Mund Propaganda verbessern, Flyer auslegen, Multiplikator/innen ansprechen, Informationsabende anbieten, regelmäßig über Angebote informieren,
– Kontakte in die Dörfer/Ortsteile herstellen
– Was für Leistungen werden angeboten und welche nicht?
– Wie regelmäßig werden Leistungen angeboten?
– Wie kann eine Vernetzung mit anderen Dienstleistern aussehen?
Informationen innerhalb der Gemeinde/des Landkreises zu
– Themen der Alltagsbewältigung,
– ehrenamtliche, freizeit- oder vereinsbezogene, kommunale oder professionelle Angebote
Vernetzung nach Innen
– Kommunikation zwischen Vorstand und aktiven und passiven Mitgliedern intensivieren,
– – Organisationsstrukturen an steigende Anforderungen anpassen.
Vernetzung nach Außen
– Vernetzung mit Akteuren, die mit einem ähnlichen Angebot die gleiche Zielgruppe ansprechen um Synergien herzustellen,
– Vernetzung mit Institutionen, die Leistungen für Menschen mit anderen Bedarfen, in anderen Lebenslagen anbieten um so ein Netz mit Leistungen aufzubauen, die bekannt sind und die bei Bedarf in Anspruch genommen werden können.
Sofern Sie etwas zu diesem Thema beitragen wollen, können Sie montags von 15 bis 16 Uhr uns im Vereinsraum im Lüderhaus ansprechen – unter der Nummer des Vereinstelefons 06648 9110935 ein Mitglied des Vorstands erreichen und in der übrigen Zeit nach Nennung von Namen und Telefonnummer anrufen und später zurück gerufen werden.

Über den Autor

Gründungsmitglied des Vereins Miteinander Füreinander und Beisitzer im Vorstand, verantwortlich für Internetartikel und Pressemeldungen

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